Mit der Ankündigung von Microsoft den erweiterten Support von Windows 7 im Januar 2020 einzustellen, bringt Microsoft viele Unternehmen unter Zugzwang. Für viele heißt es jetzt, sich mit dem Thema Migration zu Windows 10 und den damit verbundenen Neuerungen auseinanderzusetzen.
Gleichzeitig besteht die Chance für kleine und mittelständische Unternehmen durch die Einführung von Microsoft 365 zukunftsweisende Themen anzustoßen. So können moderne Konzepte in der Verwaltung und Bereitstellung von Arbeitsplätzen Einzug erhalten und der Startschuss für die Digitalisierung der IT-Abteilung gesetzt werden.

 

Fakten

  • Am 14.01.2020 endet der erweiterte Support für Windows 7
  • keine Sicherheitsupdates mehr
  • bezahlter Support bis 2023 möglich
  • Neben dem beliebten Betriebssystem läuft der Support auch für folgende Microsoft Produkte in naher Zukunft aus:
    • Office 2010 Support endet am 13.10.2020
    • Windows Server 2008 / 2008 R2 Support endet am 14.01.2020
    • SQL Server 2008 / 2008 R2 Support endet am 09.07.2019

Windows 7 End-of-Support: Diese Möglichkeiten haben Sie für den Umstieg

Option 1: bezahlten Support bis 2023 in Anspruch nehmen

Bis 2023 bietet Microsoft für Firmenkunden sogenannte Extended Security Updates (kurz ESU) an – allerdings nur gegen Bezahlung. Für Kunden, die die Windows 7 Enterprise Lizenz im Einsatz haben, gliedert sich die Preis-Staffelung voraussichtlich wie folgt:

202120222023
25 $ pro Gerät und Jahr50 $ pro Gerät und Jahr100 $ pro Gerät und Jahr

Durch die hohen Kosten und das absehbare Ende verschiebt diese Möglichkeit die Thematik des Windows 7 Umstiegs lediglich in die Zukunft. Diese Option bietet Firmenkunden jedoch die Chance, die Migration zu einem anderen Betriebssystem vorzubereiten. So kann die Zeit bis zum tatsächlichen Rollout überbrückt und die Migration in Ruhe geplant und umgesetzt werden.

Option 2: zu Windows 10 migrieren

1. Zwischen traditioneller oder moderner Verwaltung entscheiden

Mit dem Umstieg zu Windows 10, müssen Firmen zunächst die grundlegende Entscheidung treffen: traditionelle IT-Verwaltung mit Standard-Migration zu Windows 10 oder moderne IT-Verwaltung mit Windows 10 und Microsoft 365?
Dabei sollten unter anderem folgende strategische Fragestellungen beantwortet werden:

  • Wie soll die IT-Abteilung der Zukunft im Unternehmen gestaltet und aufgestellt werden?
  • Welche strategische Ausrichtung wird bei Themen wie Modern IT, Modern Desktop Management, BYOD, CYOD, PaaS und IaaS im Unternehmen eingeschlagen?
  • Wie soll der Arbeitsplatz der Zukunft, der Digital Workplace, im Unternehmen aussehen?


Steht die Entscheidung fest, den Digital Workplace im Unternehmen zu implementieren, ist es durchaus sinnvoll auch die Applikationsschicht in die Überlegungen miteinzubeziehen. So werden die kompletten Potentiale aus der Kombination von Windows 10, EMS und Office 365 ausgeschöpft.
In einigen Fällen kann eine stufenweise Migration für Firmen sinnvoll sein. Die vorübergehend hybride Infrastruktur, mit einer Kombination aus On-Prem- und Cloud-Services, wird dabei Schritt für Schritt abgelöst.

2. Bestandsaufnahme durchführen

Ist die strategische Richtung klar, gilt es nun eine Bestandsaufnahme der bestehenden Infrastruktur durchzuführen. Die folgenden Punkte sollten dabei geprüft werden:

  • Hardware
  • Applikationen
  • Dokumente
  • Prozesse

 

3. Migrationswerkzeug wählen und Migration durchführen

Traditionelle Migration

Beim traditionellen Wechsel zu Windows 10 erfolgt die Migration in mehreren Schritten, die im Wasserfall durchlaufen werden.

Folgende Aufgaben müssen dabei erledigt werden: 

  • Client Management Software auswählen, sofern nicht bereits vorhanden (z. B. MDT oder SCCM)
  • Custom Image designen
  • Custom Image finalisieren sobald Kompatibilität gewährleistet
  • Custom Image deployen
  • Treiber einfügen
  • Applikationen installieren
  • Daten/Einstellungen wiederherstellen

 

Moderne Migration

Die Kombination aus Windows-as-a-Service und Autopilot ermöglicht eine neue Herangehensweise bei der Migration von Betriebssystemen.

Mittels Continuous Deployment entfällt die Erstellung hoch-individueller Images. Anstatt dessen wird ein vom OEM vorinstalliertes Image als Basis genutzt und nur noch auf die eigenen Bedürfnisse gezielt angepasst.
Durch die agile Bereitstellung von Updates gibt es kein Start- und Enddatum des Prozesses. Windows-Versionen werden in kurzen Release-Zyklen bereitgestellt, im laufenden Betrieb getestet und weiterentwickelt. Der Prozess zur Bereitstellung wird deutlich vereinfacht und verkürzt.
Dennoch sollten sich IT-Abteilungen auf diese Windows-as-a-Service-Zyklen gut vorbereiten. Darunter fallen die Anpassung des Release-Modells, der Prozesse im Betrieb sowie die Definition neuer Rollen und Verantwortlichkeiten.

4. Betriebssystem verwalten

Traditionelle IT (On-Prem)

Der Weg der traditionellen Verwaltung ist mit dem seit mehreren Jahrzehnten üblichen Aufbau einer Microsoft Infrastruktur verbunden. Neben dem Aufbau gilt es zusätzlich auch der komplette Wartungsbetrieb einer klassischen On-Prem-Infrastruktur aufzusetzen. Folgende Komponenten müssen dabei verwaltet werden:

  • Active Directory
  • Gruppenrichtlinien
  • SCCM

Modern IT (PaaS/Cloud)

Im Gegensatz zur klassischen On-Prem-Infrastruktur werden innerhalb von Microsoft 365 moderne Elemente als PaaS zur Verfügung gestellt. Dadurch entfällt der für die IT-Abteilung zeitaufwendige Aufbau und Betrieb der Infrastruktur. Folgende Elemente ersetzen dabei die Komponenten der klassischen Verwaltung:

  • Azure Active Directory
  • Intune Richtlinien
  • Microsoft Intune

Mit weiteren EMS Features wie beispielsweise Conditional Access können neue Ansätze in die Verwaltung integriert werden.

5. Helpdesk vorbereiten

Während der Umstiegs-Phase und mindestens zwei Monate nach dem erfolgreichen Abschluss der vollständigen Migration, sollte sich die IT-Abteilung auf eine erhöhte Anzahl an Anfragen einstellen. Für den Erfolg eines Migrationsprojekts ist diese Phase entscheidend. Eine schnelle und effektive Hilfestellung ist hierbei essentiell. Je nach Unternehmensgröße ist es sinnvoll einige Power-User in einzelnen Abteilungen intensiv zu schulen, die oftmals schnell eingreifen, eine erste Hilfe leisten und den IT-Support entlasten können.

Ihre nächsten Schritte: So gehen Sie vor

Schritt 1: Anforderungen, Bedarfe und Gegebenheiten analysieren und Option wählen

Dabei sollten folgende Themen beleuchtet werden:

  • Technische Rahmenbedingungen
  • Bestandsaufnahme Hardware
  • Sicherheitsanforderungen
  • Budgetrestriktionen
  • Personelle Kapazitäten (Migrations- und Supportphase)
  • Strategische Ausrichtung bzgl. Arbeitsplatz der Zukunft und traditionelle IT vs. Modern IT
  • Entscheidung Make-or-Buy

Schritt 2: Migration planen und umsetzen

Bei jeder Migration ist dieser Schritt essentiell und folgende Punkte sollten in jedem Fall beleuchtet und ausgearbeitet werden:

  • Migrationsstrategie
  • Strategie Rollout und Schulung der Beteiligten
  • Strategie Support und Helpdesk

Schritt 3: Neues Setup ausrollen

Folgenden Themen spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg der Einführung:

  • Schulung der Administratoren 
  • Schulung der Endanwender
  • Schneller und effektiver Helpdesk
  • Change Maßnahmen im Kontext Digital Workplace

Schritt 4: Neues Setup betreiben

Vor allem die erste Zeit nach dem Rollout sollte die IT-Abteilung einen besonderen Fokus auf die Betreuung der Endnutzer, Fehlerbehebung und Support legen. Gegebenenfalls lohnt es sich diese Phase auch mit einer personellen Aufstockung oder durch das Hinzunehmen eines Dienstleisters zu unterstützen. Auch der Support über die Anfangszeit hinaus sollte gut durchdacht sein: Gerade beim Umstieg auf Microsoft 365 ist es wichtig mit den kurzen Release-Zyklen von Microsoft mitzuhalten, damit die eigene Infrastruktur stets up to date bleibt. Um dies zu gewährleisten kann es ratsam, sich hier Unterstützung durch einen externen Dienstleister zu holen. Dieser kann sowohl die Neuerungen im Microsoft 365 Umfeld für das Unternehmen bewerten als auch einen kontinuierlichen Betrieb der Infrastruktur gewährleisten.

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