News & Presse | D21-Digital-Index: Studie zum Digitalisierungsgrad

Die Initiative D21 stellte heute, am 24. Februar 2021, ihre Studie „D21-Digital-Index 2020/21“ vor. Die von Kantar durchgeführte Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Sie misst den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung und zeigt, wie die Menschen den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren. Die Initiative D21 stellte heute, am 24. Februar 2021, ihre Studie „D21-Digital-Index 2020/21“ vor. Die von Kantar durchgeführte Studie liefert jährlich ein umfassendes Lagebild zur Digitalen Gesellschaft. Sie misst den Digitalisierungsgrad der deutschen Bevölkerung und zeigt, wie die Menschen den technologischen Fortschritt in ihrem Privat- und Berufsleben adaptieren. 
Lagebild zur Digitalen Gesellschaft, zentrale Ergebnisse:

  • Digitale Spaltung bleibt Herausforderung: Ältere, niedrig Gebildete und Nichtberufstätige profitieren weniger von Digitalisierung
  • Trotz Corona bleibt digitaler Austausch mit Ärztinnen und Ärzten Randphänomen
  • Digitaler Schub für die Arbeitswelt: Homeoffice und mobiles Arbeiten hat um 17 Prozentpunkte auf 32 Prozent zugelegt
  • Die Ausstattung mit Kollaborations- oder Videokonferenztools nahm deutlich zu. Zwei Drittel der Befragten erleben erhebliche Hürden beim Schulunterricht

Als Mitglied der Initiative D21 diskutiert ADLON die Digitalisierung chancenorientiert aber auch stark reflektiert. Daher stimmen Sven Hillebrecht, CDO und General Manager der ADLON Intelligent Solutions GmbH die Ergebnisse der Studie positiv: “Es ist wichtig, dass wir alle die Möglichkeiten der Digitalisierung als Chance sehen”. Und ergänzt: “Es ist unsere Verantwortung als Unternehmer die digitalen Kompetenzen auf breiter Ebene zu fördern und den Rahmen für mobiles Arbeiten bereitzustellen”.

Digitalisierungsgrad der Bevölkerung erreicht neuen Höchststand

Im Corona-Jahr 2020 verschoben sich viele private und berufliche Aktivitäten in den digitalen Raum. Die deutsche Gesellschaft ist digitaler als je zuvor – doch nicht alle profitieren gleichermaßen.

Die Studie D21-Digital-Index misst jährlich, wie stark die deutsche Gesellschaft den digitalen Wandel adaptiert. Der dafür erhobene Digital-Index liegt aktuell bei 60 von 100 Punkten (plus zwei Punkte im Vergleich zum Vorjahr). Der Index-Wert errechnet sich anhand von Fragen zu den Bereichen Zugang zur Digitalisierung, Nutzungsverhalten, digitale Kompetenz und Offenheit gegenüber Digitalthemen. Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar und gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Digitale Kompetenzen für Alltag und Arbeitswelt wichtiger denn je

Die Nutzung digitaler Anwendungen und Dienste stieg im durch Corona geprägten Jahr 2020 deutlich an – sowohl im Privaten als auch im Berufsleben, dort insbesondere bei Bürotätigkeiten. Alltägliche Aktivitäten verschoben sich stärker in den digitalen Raum, ob Kultur, Bildung, Kommunikation, Unterhaltung, Einkaufen oder Arbeit. Besonders stark stieg die Nutzung von Streamingdiensten (plus zwölf Prozentpunkte), digitalen Lernangeboten (plus elf Prozentpunkte) und von Sprachassistenten an (plus elf Prozentpunkte). Der Anteil der Menschen, die im Homeoffice arbeiteten, verdoppelte sich im Vergleich zum Vorjahr auf 32 Prozent (59 Prozent bei Bürojobs).

Dazu Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: „Digitale Lösungen haben in der Corona-Pandemie einen enormen Auftrieb erhalten und tragen aktuell dazu bei, einige Folgen der Krise abzumildern. Das müssen wir als wichtige Lehre aus der Krise mitnehmen und Digitalisierung entschieden voran-treiben. Investitionen in die Digitalisierung und der Erwerb digitaler Kompetenzen müssen dabei Hand in Hand gehen – mit Blick auf Unternehmen und ihre Beschäftigten ebenso wie mit Blick auf Schulen und die Schülerinnen und Schüler. Der D21-Digital-Index schlüsselt die Entwicklung in ihrer Vielfalt auf und ist für uns ein wichtiges jährliches Lagebild und eine Orientierung für politische Entscheidungen.“

 

 

 

Digitale Spaltung bleibt Herausforderung: Ältere, niedrig Gebildete und Nichtberufstätige profitieren weniger von Digitalisierung

Mit einem Index-Wert von 60 Punkten weist die deutsche Gesellschaft insgesamt ein mittleres Digitalisierungsniveau auf. Der Anteil der BürgerInnen, die beim digitalen Wandel mithalten können, bzw. sich souverän und fortschrittlich darin bewegen, steigt. Doch es bleiben verschiedene digitale Spaltungen erkennbar und die Studie zeigt die Heterogenität der Digitalen Gesellschaft auf: Betrachtet man verschiedene soziodemografische Merkmale, sind starke Unterschiede im Digitalisierungs-grad ersichtlich.
Die Generation 14-29 Jahre weist mit 73 Index-Punkten einen hohen Digitalisierungswert auf, die Generation der über 70-Jährigen hat dagegen nur einen Index von 36. Nichtberufstätige verfügen mit 48 Index-Punkten über einen deutlich niedrigeren Wert als Berufstätige mit einem Index von 69. Formal niedrig Gebildete (42) und Menschen mit Nettoeinkommen unter 2.000 Euro (46) liegen ebenfalls unter dem Bundesdurchschnitt von 60.

Befragt, ob man glaubt, persönlich von der Digitalisierung zu profitieren, zeigen sich deutliche Unterschiede: Besonders die Jungen und gut Gebildeten fühlen sich als GewinnerInnen der Digitalisierung: So profitieren nach eigenen Angaben 79 Prozent der 20-29-Jährigen von der Digitalisierung, noch knapp die Hälfte (49 Prozent) der 60-69-Jährigen, aber nur noch 22 Prozent der über 70-Jährigen. Drei Viertel der höher Gebildeten sehen sich als GewinnerInnen (74 Prozent), von den Menschen mit mittlerer Bildung etwa die Hälfte (53 Prozent) und von den formal niedrig Gebildeten nur noch ein Drittel (32 Prozent). Unter den Berufstätigen glauben 66 Prozent, von der Digitalisierung zu profitieren (Berufstätige mit Bürotätigkeit: 78 Prozent), von den Nichtberufstätigen sind es 41 Prozent.
„Einige Gruppen profitieren stark von der Digitalisierung, andere noch nicht. Dieser digitalen Spaltung müssen wir entgegenwirken“, sagt Hannes Schwaderer, Präsident der Initiative D21. „Als Technologie-Nation werden wir zukünftig noch stärker auf Digitalisierung setzen und sie wird weiter an Geschwindigkeit gewinnen – sei es in der Arbeitswelt, im Gesundheitswesen oder im Alltag. Dafür braucht Deutschland dringend eine Digitale-Kompetenz-Agenda, sowohl für den beruflichen als auch den privaten Bereich. Unsere Erhebungen zeigen vor allem großen Unterstützungsbedarf bei den niedrig Gebildeten, Nichtberufstätigen und bei den älteren Generationen über 70 Jahren.“

 

Digitaler Schub in der Arbeitswelt, zwei Drittel erleben Hürden beim Schulunterricht

Anders als im Privaten, sind die Bereiche Arbeit und Schule bisher noch weniger stark von der Digitalisierung durchdrungen und stehen damit vor noch größeren Veränderungen. In der Arbeitswelt zeigen sich bei Bürotätigkeiten deutliche Sprünge in der Nutzung von Homeoffice und mobilem Arbeiten (+17 Prozentpunkte auf 32 Prozent aller Berufstätigen). Besonders die Ausstattung mit Kollaborationstools oder Videokonferenztools nahm deutlich zu (+17 Prozentpunkte auf 33 Prozent bzw. +15 Prozentpunkte auf 26 Prozent).

Beim digitalen Unterricht berichteten zwei Drittel (68 Prozent) der Beteiligten (Lehrkräfte, SchülerInnen, Eltern) von Hürden. Am häufigsten nannten die Befragten uneinheitliches Vorgehen (42 Pro-zent), mangelnde Hardware oder Internetausstattung waren für 16 bzw. 14 Prozent ein Problem, wo-bei Lehrkräfte dem überdurchschnittlich oft zustimmten. Die Offenheit für mehr Digitalisierung des Schulunterrichts und für verbindliche Fortbildungen für Lehrkräfte ist in der gesamten Bevölkerung sehr hoch (74 bzw. 78 Prozent). 60 Prozent glauben, dass die Corona-Situation Ungerechtigkeiten in der Bildung verschärft. Nur 32 Prozent haben Zutrauen in die Schulen beim Vermitteln der benötigten Digitalfähigkeiten, ein Rückgang um 4 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr.

 

HINTERGRUND
Der D21-Digital-Index ist eine Studie der Initiative D21, durchgeführt von Kantar. Sie erfasst die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren. Mittels persönlich-mündlicher Befragung, sog. „face-to-face“-Erhebung (CAPI = computergestütztes persönliches Interview) wurden 2.038 Interviews in Deutschland durchgeführt.

Die Studie ist gemeinsam finanziert durch eine Partnerschaft aus öffentlichen und privatwirtschaftlichen Organisationen.

Förderer: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie // Premiumpartner: Allianz Deutschland AG, atene KOM, BARMER, Bayerisches Staatsministerium für Digitales, HUAWEI Technologies Deutschland

Partner: Bertelsmann Stiftung, Capgemini Deutschland GmbH, CHG-MERIDIAN AG, KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Microsoft Deutschland GmbH

Unterstützer: ADLON Intelligent Solutions GmbH, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Deutsche Telekom AG, Didacta Verband e. V., Intel Deutschland GmbH, Kompetenzzentrum Technik – Diversity – Chancengleichheit e.V.


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